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Donnerstag, 11. November 2010

Predigt vom 07.11.2010

Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber.
Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.
( Brief an die Römer 14, 7 – 9 )


Liebe Gemeinde,

ein spannender Text! Allerdings passt er nicht zu dem Thema, das uns durch das Evangelium und die liturgischen Stücke ans Herz gelegt wurde. Das Evangelium und dieser „Drittletzte Sonntag im Kirchenjahr“ reden vom letzten Tag, bzw. vom ersten Tag, wenn man optimistisch ist. Der Wiederkunft Christi, dem jüngste Gericht, dem ewige Leben.
Der Apostel hingegen sagt seine drei gewichtigen Sätze in einem anderen, wie ich finde einfacheren Zusammenhang. Nicht nur die böse Welt da draußen vor der Kirchentür, sondern auch die kirchliche Welt reißt Texte aus dem Zusammenhang und fügt sie in Zusammenhänge ein, die ihr passen.
Keiner lebt sich selber, keiner stirbt sich selber. Leben wir, leben wir dem Herrn. Sterben wir, so sterben wir dem Herrn… Was sollte besser zu dem Glaubensartikel passen: Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten? Paulus aber spricht im gesamten 14. Kapitel von der Gemeinde, genauer von Starken und Schwachen in ihr.
Ich hole da mal etwas weiter aus. Die Kenner, na klar nur die Kenner, die Nichtkenner haben keine Rätsel, die Kennerinnen des Römerbriefs, rätseln darüber, ob unser Brief wirklich nach Rom gegangen ist. Es gibt rasend interessante Theorien darüber, ob der Name Rom eine Deckadresse gewesen ist. Ganz Radikale meinen sogar, „Rom“ sei ein Deckname für Jerusalem gewesen.
Mir scheint es gesichert zu sein, dass Paulus die Gemeinde, an die er schrieb nicht kannte. Dann fragt man sich vielleicht, wie kann der Apostel zu der Gemeinde in Rom etwas sagen, die er nicht kannte?
Das ist ja immer die spannende Frage. Wie können katholische Priester etwas Rechtes zu Ehe und Familie sagen, die haben da doch keinerlei Erfahrung. Oder wie kann ein Atheist etwas Gescheites über den Glauben sagen, den er nie hatte oder irgendwann verlor?
Der Witz ist jedoch, liebe Gemeinde, solche Leute können durchaus etwas Rechtes dazu sagen. Mancher kath. Priester sagt Besseres zu Familie und Ehe als der mit fünf gescheiterten Ehen Erfahrungsgesättigte und mancher Atheist kann über den Glauben gescheitere Dinge sagen, als der frömmelnde Kirchenspringer.
Paulus kannte die Gemeinde in Rom nicht, wenn er dennoch etwas Gescheites und Rechtes über die Gemeinde sagen konnte, dann könnte das auch für eine andere wichtig sein. Zum Beispiel so einer Gemeinde, wie unserer in Alanya. -
Starke und Schwache. Wer ist bei uns stark, wer ist schwach? Der Pfarrer, ja, der Pfarrer muss auf alle Fälle stark sein. Stark im Glauben. Stark in der Moral, stark im Einstecken, stark im Austeilen, wenn er auf die eindrischt, auf die eingedroschen werden sollte. Eine stabile Gesundheit sollte er haben. Zum Schalldeckel sollte er sich eignen. Witzig muss er sein, jederzeit redebereit. Stark an Ideen, immer präsent, eine Führungspersönlichkeit, eine Laterne, die auch dann noch leuchtet, wenn man sie unten anpinkelt.
Und wer ist schwach in der Gemeinde? Das ist eine wirklich gemeine Frage. Das darf sich doch keine und keiner leisten in der Gemeinde – Schwäche. Richtige Schwäche meine ich, nicht solche, die rasch damit getröstet ist, wenn ihr gesagt wird, du bist doch gar nicht so schwach. Das ist doch genau wie draußen, Schwäche darf niemand zeigen. Wer schwach ist, kommt um im falschen Mitleid. Wer Schwäche zeigen muss, weil er sie nicht verbergen kann, wird mit einem mitleidigen Lächeln in das passende Schubfach gesteckt.
Starke und Schwache in der Gemeinde, ein heißes Thema, das letztlich deswegen niemals ernsthaft angepackt wird, weil der Starke stark bleiben muss und die Schwache unten gehalten wird.
Und so gesehen, liebe Gemeinde, ist die einzig echte Möglichkeit, über Starke und Schwache in der Gemeinde zu reden diese, dass man zu einer Gemeinde spricht, die man nicht kennt. So wie unser Apostel.
Also, was versteht der Apostel unter Starken und unter Schwachen?
Er sieht auf die Stelle, die für eine christliche Gemeinde entscheidend sein müsste, auf den Glauben. Er redet von Starken und Schwachen im Glauben.
Vielleicht meinen wir, das könne doch wohl nicht wehtun. Sogar die Muslime, bei denen solche Dinge noch im Kurs stehen, sind sehr misstrauisch gegen einen starken Glauben. Wenn der Glauben die Menschen hinreißt, wenn er alles erobert, was das Leben regeln muss, wenn der Glaube einen Menschen keine Verwandten kennen lässt, dann ist das Chaos da.
Und bei uns erst, da ist schon derjenige als Glaubens-radikalinski verdächtig, der aus Glaubensgründen die Ehe nicht bricht, nicht säuft, regelmäßig in die Kirche geht und noch nicht einmal Witze über das Beten reißt.
Der Apostel sieht das anders, sehr anders. Der Starke im Glauben, sagt er, isst alles, um mal ganz konkret zu werden. Der Schwache im Glauben isst kein Schweinefleisch, vielleicht sogar gar kein Fleisch. Der Schwache im Glauben braucht Feiertage, der Starke im Glauben hält alle Tage für gleich. Der Starke im Glauben hält alles für rein, der Schwache im Glauben wird nie fertig mit dem Prüfen.
So stark, sagen jetzt in ihrem Herzen die Meisten, können wir leicht sein, wenn’s sein muss, essen wir sogar Insekten, die Sonntage feiern wir ohnehin so, wie es unsere Arbeit zulässt und die Reinheitsfrage, Jesus hat es auch gesagt, die Reinheitsfrage ist für uns schon lange erledigt. Aber Vorsicht! Die Stärke der Starken im Glauben besteht bei Paulus darin, dass die Starken alle ihre Freiheiten zurückschieben können, wenn es um das Gewissen der anderen geht, seine Existenz in der Gemeinde.
Wir reden von der Wirklichkeit der christlichen Gemeinde, die wir sind, liebe Gemeinde. Nimmt deine Glaubensschwester Anstoß an deiner Freiheit, dann sei so frei, auf solche Freiheit zu verzichten. Kommt dein Glaubensbruder nicht damit zurecht, dass du Homosexualität für eine normale menschliche Möglichkeit hältst, veranstalte keine Demonstrationen.
Die Summe aus alldem lautet: Erweise deine Freiheit darin, den anderen an seinen Unfreiheiten nicht zerschellen zu lassen. An anderer Stelle drückt der Apostel es so aus: Alles ist erlaubt, aber nicht alles erbaut die Gemeinde.
So sind wir am Ende zu einer entscheidenden Aussage gekommen. Für Paulus ist Gemeinde, also die Truppe, die von Jesus Christus angerührt, ein Neubau in unserer alten Welt. Vereine werden gegründet und aufgelöst, die Gemeinde ist Gottes persönliches Werk. So schließe ich zusammenfassend mit einem Satz aus dem Kontext unseres Predigttextes: Zerstört nicht um der Speise willen Gottes Werk.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Predigt zum Reformationstag

Bei totalem Stromausfall in Alanya feierten etwa 100 Gottesdienstbesucher/innen im großen Sall des Konservatoriums ihren Gottesdienst zum Reformationstag. Ohne Orgelbegleitung wurden die großen Lutherchoräle gesungen. Die Ansprache zum Reformationstag können Sie hier lesen.


Liebe Gemeinde, besonders liebe katholische Christen,

Sie haben das wohl so gut es ging mitgesungen: „Erhalt uns Herr bei deinem Wort…“ Kennen Sie den ursprünglichen Text? Er hieß: „Erhalt uns Herr bei deinem Wort und steure Papst und Türken Mord…“ Vielleicht kann man sich darüber ein anders Mal unterhalten, über den Papst und Luther, über Luther und die Türken. Heute ist Reformationstag und da möchte ich nicht so sehr die Streitigkeiten in den Vordergrund stellen, sondern das, was ihn zum Reformator machte und vielleicht auch uns bewegen kann.
Sie haben vorhin einen für Martin Luther wichtigen Bibeltext gehört: Römer 1,16 und 17. Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist eine Kraft Gottes zum Heil allen Glaubenden, zuerst den Juden und dann den Griechen. Denn Gottes Gerechtigkeit wurde in ihm offenbart, aus Glauben zum Glauben, wie ja auch geschrieben steht: Der aus Glauben Gerechte wird leben.
Hören Sie das, so bleibt Ihnen auf jeden Fall bewusst, dass das Wort „Glauben“ die beiden Sätze sehr dominiert. Das Wort „Glauben“ ist für Martin Luther Zeit seines Lebens ein entscheidendes Wort geblieben. Es war Luther so wichtig, dass Karl Barth, der große Theologe aus Basel, in seiner Wohnung vor die Ausgabe der Werke Martin Luthers einen Vorhang hängte, allen, die sich mit Martin Luther beschäftigten zur Warnung. Karl Barth sah nämlich bei Luther die Gefahr, dass die Heilstatsachen sich in subjektive Behauptungen wandeln könnten, dass sich keiner mehr an ihnen stoßen konnte.
Sie kennen das Problem, liebe Gemeinde, mein Glauben ist meine Sache. Mein Glauben geht niemanden etwas an, meinen Glauben baue ich mir selber. Karl Barth hat befürchtet, dass „mein Glauben“ „den Glauben“ kaputt macht.
Das hat Martin Luther zweifellos nicht so verstanden, obwohl es sicher ist, dass der Glauben für Luther das A und O all dessen ist, was mit Christentum gemeint ist.
„Glaubst so hast du, glaubst du nicht, so hast du nicht!“ „Gott und Glaube kommen zuhauf“ …Das sind ganz entscheidende Sätze, durch die Martin Luthers Theologie blitzartig erhellt wird.
Der Glaube, unser Glaube, mein Glaube…von unserem kurzen Bibeltext gibt es zwei Übersetzungen. Luther las mit seiner Tradition: Der Gerechte wird aus Glauben leben. Aber dann durchfuhr es ihn wie ein Schlag, als ihm die andere Übersetzung gelang: Der Gerechte aus Glauben wird leben.
Das war Luthers große Entdeckung, die ihn nicht wieder losließ. Der Mensch gefällt Gott im Gewand des Glaubens. Der Glauben macht den Unansehnlich ansehnlich vor Gott und den Hässlichen schön. Der Mensch ist durch den Glauben gerechtfertigt vor Gott. Die Rechtfertigungslehre ist die Kurzbeschreibung dessen, was Menschsein bedeutet.
Ärgern Sie sich nicht, liebe Gemeinde, wenn Sie das nicht gleich fassen. Oder wenn Sie in sich ein deutliches „nein“ hören.
Ganz andere als wir sind damit nicht zurechtgekommen. Zum Beispiel der berühmte Humanist Erasmus von Rotterdam.
Zuerst sah es für viele der Zeitgenossen Luthers und des Erasmus so aus, als zögen die beiden an einem Strang. Erasmus war ein Sprachgenie. Er sprach nur Lateinisch, seine 2000 Brief und seine 150 Bücher sind in Griechisch oder Lateinisch geschrieben. Für Martin Luther und seine theologischen Mitarbeiter besonders interessant: Erasmus von Rotterdam gab 1516 die erste kritische Edition des Neuen Testaments heraus, die Luther wohl bei seiner Bibelübersetzung auf der Wartburg benutzte.
Erasmus, ein Feingeist, ein Kritiker hatte seine Forderungen an die Kirche. Aber er wollte eine Reform der Kirche von innen, keinen Kampf auf Leben und Tod, wie ihn Luther zu kämpfen bereit war.
Die beiden sehr unterschiedlichen Charaktere Luther und Erasmus sind sich nie persönlich begegnet. Ab 1519, also zwei Jahre nach dem Thesenanschlag, standen sie in einem Briefwechsel. Schon bald zeigte es sich, dass sie nicht an einem Strang ziehen konnten. Zugespitzt hat sich das in ihrem Verständnis des „freien Willens“ des Menschen.
1524 erschien die Schrift des Erasmus „De libero arbitrio“, „Vom freien Willen“. Und Martin Luther reagierte darauf mit der Erwiderungsschrift „De servo arbitrio“, „Vom unfreien (bzw. geknechteten) Willen“.
1525 war für Martin Luther ein wichtiges Jahr. In dem Jahr heiratete Luther die entsprungene Nonne Katharina von Bora. Nicht aus Liebe, sondern weil Katharina versorgt werden musste und weil Luther mit diesem Schritt ein weiteres Sakrament säkularisierte, das Sakrament der Ehe. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass 1525 der Bauernkrieg von den Fürsten blutig niedergeschlagen wurde und dass Martin Luther unerträglich scharf Partei gegen die Bauern ergriffen hatte.
Zurück zu den beiden großen Geistern. Hat der Mensch einen freien oder einen unfreien Willen? Selbstverständlich kann der Mensch sich entscheiden, ob er isst oder hungert, ob er schläft oder wacht ob er einen Regenschirm ergreift, wenn es regnet oder nicht, ob er seine Zähne putzt…Den beiden Großen ging es um die Frage, ob der Mensch etwas tun kann für sein Heil. Hat Gott die ganze Arbeit zu leisten, wenn es um den Erwerb des ewigen Lebens geht oder kann sich der Mensch daran beteiligen. Selbstverständlich hat Erasmus nicht im Traum daran gedacht, der Mensch könne das ewige Leben allein erwerben. Gott spielt dabei eine wichtige Rolle, aber was kann der Mensch dazu beitragen?
Für Erasmus war klar, dass der Mensch solch einen freien Willen hat, wie sollte er sonst verantwortlich sein für sein Leben? Martin Luther dagegen malt ein Bild, mit dem er die Versklavtheit des menschlichen Willens im Blick auf das Heil illustriert. Der Mensch ist ein Reittier, entweder er wird vom Satan in die Hölle oder von Jesus Christus in den Himmel geritten. Gerade im Blick auf das ewige Leben, so Martin Luther, muss der Mensch davor bewahrt werden, selber zu bestimmen. Denn was kann der sündige Mensch schaffen außer Unheil?
Luthers Buch vom „Unfreien Willen“ ist das Härteste, was an theologischen Schriften erschienen ist, auch Luthers Freund, wie Philipp Melanchthon, waren über die Schrift sehr unglücklich. Ich meine, man kann diese Schrift nur ertragen oder etwas verstehen, wenn man sich klar macht, dass für Luther Quelle und Maßstab des Glaubens allein die Bibel war bzw. dass der Glaube schafft, was kein Sein hat.
Liebe Gemeinde, Martin Luthers Entdeckung des Glaubens hat zur Folge, dass Glaube und Wissen, Glaube und Moral sich trennten. Uns wird ja immer unterstellt, der Glaube wäre ein minderes Wissen oder im besseren Fall eine Vorstufe zum Wissen. Aber das ist falsch. Der Christusglaube ist ein Macht, die den Menschen von sich wegreißt hin zu Gott, die den Sterblichen dem Tod entreißt und ins Leben hinein reißt.
Wenn es Glaubende gibt, dann sind es neue Geschöpfe Gottes, wenn der Glaube fehlt, so hat es Gott (noch) nicht gefallen, Glauben zu schenken.
Karl Barth, erkannte, wie Luther missverstanden werden kann, hat auf die Frage, wie viel der Mensch mit seinem Heil zu tun hat, geantwortet, so viel wie der Erhängte mit seinem Strick.
Liebe Gemeinde, Reformation heißt nicht so sehr, dass sich die Kirche wandelte, Reformation heißt eher, dass Gott wieder zugeschrieben bekommt, was sein Werk ist, die neue Schöpfung, da Leben, das hier schon beginnt. Amen

Montag, 18. Oktober 2010

Kamerateam des ZDF zu Gast bei der Gemeinde

Zwei Tage wurden wir von einem Kamerateam des ZDF begleitet. Für alle Schaulustigen: Das Ergebnis kann man am Dienstag 19.10.10 im ZDF in der Mittagsschau bzw. abends in den 21.45 Uhr Nachrichten sehen. Die Predigt unseres „Fernsehgottesdienstes steht hier unten.

Wir bitten und ermahnen euch in dem Herrn Jesus, da ihr von uns empfangen habt, wie ihr leben sollt, um Gott zu gefallen, was ihr ja auch tut -, dass ihr darin immer vollkommener werdet. Denn ihr wisst, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesus. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht und ein jeder von euch seine eigene Frau zu gewinnen suche in Heiligkeit und Ehrerbietung, nicht in gieriger Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist ein Richter über das alles, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinheit, sondern zur Heiligung. Wer das nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen heiligen Geist in euch gibt
(1.Thess.4,1-8)

Liebe Gemeinde, liebe Gäste.

„mit dem Zweiten sieht man besser“ behauptet das ZDF, von dem Vertreter/innen heute diesen Gottesdienst mitfeiern. Ich verstehe nur nicht, weshalb man sich bei diesen Worten das andere Auge, das Erste also, zuhalten muss. Zwei Augen sehen mehr als eins und sei es das Zweite, denke ich.
Aber das nur als kleinen Einstieg, man möchte ja aktuell sein. Bei uns geht es nicht um die Augen sondern um die Ohren.
Hören zwei Ohren mehr als eins? Oder ist das zweite Ohr öfter dazu da, das schnell durchzulassen, was durchs erste Ohr hineingekommen ist?
Jemand sagte zu Beginn meines Dienstantritts: Ach, wissen Sie, manches, was in der Gemeinde geredet wird, das lassen Sie zum einen Ohr rein und zum andern schnell wieder raus. Ein wahrscheinlich guter Rat. Nur, man muss erst einmal herausbekommen, wobei man auf Durchzug zu schalten hat. Ich gestehe, daran lerne ich schon einige Jahrzehnte und falle immer wieder darauf rein. Ich höre, wenn es sich nicht lohnt und ich schalte auf Durchzug, wenn ich hören sollte.
Auf Durchzug, liebe Gemeinde, schalte ich besonders schnell, wenn ich ermahnt werde. Ich finde, dafür muss die Welt Verständnis haben.
Einen alten Knochen von 65 Jahren, den sollte man doch getrost in Ruhe lassen können oder? Andererseits, ob ich wirklich glücklich bin, wenn ich in Ruhe gelassen werde? Fühle ich mich nicht eigentlich im Grunde ganz wohl in meinem Murren gegen Ermahnungen. Gehört es nicht auch zum Leben, mal meckern zu können über die scheinbaren Besserwisser? Ach, im Grunde fühlt man sich doch auch letztlich wohl in seiner Verärgerung.
Wenn wir in Ruhe gelassen werden, dann sind wir doch nahe Null. Wer keinen Grund mehr hat, sich aufzuregen, der ist irgendwie schon ziemlich tief gefallen. Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht wenige Deutschsprachige in Alanya gibt, die sich geradezu danach sehnen mal wieder ermahnt zu werden, sich mal über jemanden aufzuregen, den man im Grunde doch ganz gern hat. Um aus dem pfarrherrlichen Nähkästchen zu plauschen, am Donnerstag stand ich auf dem Friedhof und beerdigte einen alten deutschen Mann. Die Trauergemeinde bestand aus vier Grabgräbern, der Bestatterin, zwei Fotografen und mir, schwitzend im Talar. Wenn da doch noch ein paar Leute gewesen wären. Egal ob sie in einem freundlichen oder angespannten Verhältnis zum Gestorbenen gestanden haben. Hauptsache, sie hätten mitdenken, das Vater unser mitbeten, vielleicht sogar ein altes und sei es ein abgedroschenes Beerdigungslied mitsingen können. Wie stehen wir da in der muslimischen Umwelt, die so auf die Familie schwört. Wie steht es mit der jüdisch-christlichen Werken der Barmherzigkeit, Tote zu begraben und trauernde zu trösten?
Ich wollte nur sagen, man weiß noch nicht einmal, womit man in dieser Welt beschenkt ist. Es kann die mahnende Stimme des Ehepartners sein. Es kann die kleinliche Kritik eines Nächsten sein.
Wer ermahnt wird, wer kritisiert wird, der ist noch nicht ganz tot.
Und so genommen, liebe Gemeinde, ist das Neue Testament, sind die Briefe des Apostels einmalige Lebensbotschaften, denn sie ermahnen uns noch und noch, so dass es vielen schon zum anderen Ohr herauskommt.
Hören wir uns die Mahnungen in unserm Text an. In meiner Bibel steht schon als Überschrift „Ermahnung zur Heiligung“ und dann geht es los: Wir bitten und ermahnen euch, so wahr wir im selben Boot sitzen, das Geist Jesu Christi heißt. Ein jeder soll seine eigene Frau gewinnen. Keiner soll seinen Nächsten übers Ohr hauen. Von der Befolgung dieser Mahnung hängt Tod und Leben, also eure Christusbeziehung ab.
Ich habe lange gebraucht, bis ich Schafskopf begriffen habe, weshalb der Apostel Seite um Seite in seinen Briefen Mahnungen schreibt und warum seine Hörer bzw. Leser so etwas so sorgfältig aufgehoben haben. Ach ja, das hätte ich fast vergessen, wir hörten einen Abschnitt aus einem unglaublichen Dokument. Das erste Schriftstück, das wir vom Apostel Paulus haben, den 1.Brief an die Thessalonicher. Wie viel Millionen Menschen haben das voll Respekt gelesen? Wie viel tausend sind davon inspiriert worden? Wir haben doch leider nahezu vergessen, welcher Schatz uns in die Hände gelegt worden ist. Wir gehen damit um wie mit unseren Eltern, unseren Traditionen, alles nur lästig, alles freiheitsverhindernd.
Also, weshalb mahnt der Apostel Seite um Seite und hier auf zwei ganz entscheidenden Gebieten, der Sexualität und des Besitzes?
Er ermahnt deswegen, weil er und seine Gemeinde eine unglaubliche Freiheitserfahrung machten. Eine neue Wirklichkeit, eine Realität im schärfsten Sinn des Wortes hatte sie ergriffen, die Realität ewigen Lebens durch die Begegnung mit Jesus Christus. Über ihre Existenz war ein für allemal entschieden worden zu Gunsten des Lebens.
Die Folge war, alle Bindungen fielen.
So kann der Apostel sagen, seine ganze bisherige Existenz sei zu einem Nichts, zu einem Dreck geworden aufgrund der Begegnung vor Damaskus. Und der Gemeinde in Thessaloniki um 50 unserer Zeitrechnung war Ähnliches begegnet. Was zählte nach der Ankunft des Lebens Sitte und Moral, was galt Besitz, Handel und Wandel? Alles war vor der Gabe des Lebens zusammengeschrumpelt zu einem Nichts, einem Kehricht, wie eine Übersetzung sehr vornehm formuliert.
Der geniale und manchmal fürchterliche Martin Luther hat das, was ich Ihnen sage ungeheuer treffend formuliert. Er sagt: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan“. Der durch Jesus Christus zum Himmel erhobene Mensch ist frei, frei gegen über seinem Herrn Jesus Christus und damit frei zum Dienst gegen alle Kreatur.
Wir sind also so frei, dass wir uns mahnen und bitten lassen können, ja, dass wir uns geradezu nach Ermahnung und Bitte sehnen, um mit den Füßen auf der Erde zu bleiben.
Irgendwie möchte ich jetzt zum Schluss kommen, liebe Gemeinde. Und ein halbwegs anständiger Schluss, lesen Sie es in den Medien nach, ein passabler Schluss kommt unweigerlich zum Anfang zurück.
„Mit dem Zweiten sieht man besser!“ Das war der Beginn. Wir setzen über Jahrhunderte schon aufs Ohr. Wir lassen uns sagen, dass wir geliebt sind, wo wir auch stehen oder gehen fallen oder verlieren, wir sind freie Menschen geworden. Aber die draußen. Von denen der Apostel ganz schaurig schreibt, dass sie Heiden wären, die in „gieriger Lust“ ihr Leben verschwenden, die hören nicht so sehr, was wir sagen, die sehen uns, Die überzeugt wer wir sind im Alltag, in der Begegnung, in unserem Gehabe. Und wenn ich schon diese Stelle von der „gierigen Lust“ der Heiden zitiere, dann darf ich aus meiner Erfahrung sagen, dass die Heiden mir viel gezügelter, auch viel lebensfroher begegnen als ich es oft bin. Wir dürfen lernen, unsere Freiheit zu gebrauchen, darum ermahne ich euch. Amen.

Mittwoch, 29. September 2010

Pfarrer Martin Brunnemann und Frau Sigrid

 
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Pfarrer Brunnemann stellt sich vor

Martin Brunnemann, Pfarrer in Alanya
ab Sept. 2010
und Ehefrau stellen sich vor:
Martin Brunnemann 15.10.1945 in Weida/Thür
Schulausbildung in Oranienburg
Theologiestudium an den kirchlichen Hochschulen Berlin/Ost und Naumburg/Saale
1 Jahr Pfarrer im Hilfsdienst in Seelow, 6 Jahre Pfarrer in Velten bei Berlin/Ost
6 Jahre Pfarrer in Forst/Lausitz, 1984 Übersiedlung in die Bundesrepublik
4 Jahre Sozialpädagoge in Altensteig, 6 Jahre Pfarrer in Karlsruhe
12 Jahre Pfarrer in Zell a.H.
November 2009 emeritiert

Sigrid Brunnemann geb. Newerla 30.03.1950
Besuch der Schule in Forst/Lausitz, Ausbildung am Lutherstift in Frankfurt/Oder
Ausbildung am Luise-Henrietten-Stift Lehnin/Brandenburg

Wir haben vier heute erwachsene Kinder und drei Enkel. Eine Adoptivtochter starb nach einer Herzoperation in Tübingen.

Sie schreiben:
„Wir freuen uns, dass wir die Beauftragung durch die EKD bekamen. Wir werden vom 14.09.10 - 30.06.11 bei Ihnen sein. Wir freuen uns auf ein "gedeihliches" Miteinander und grüßen Sie sehr herzlich,

Ihre Sigrid und Martin Brunnemann“

Dienstag, 28. September 2010

Predigt von Pfarrer Martin Brunnemann

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.. Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes.
Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.(2.Tim.1,7-10)

Liebe Gemeinde,

der Apostel beginnt negativ. Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, Negativ reden ist einfacher als positiv zu reden. Strecken wir uns mal gleich nach oben! Es ist einfacher zu sagen, was Gott nicht ist, als was er ist.
Gott ist nicht der unbewegte Regisseur des Welttheaters. Gott ist keine erste Ursache, die einmal alles anstieß, um sich dann zurück zu ziehen. Gott ist nicht König und wir seine Sklaven. Oder, Gott ist nicht so wie wir Menschen, er ist unvergleichbar… Wir können diese Negativreihe fortsetzen. Aber irgendwann kommt mit Sicherheit die ungeduldige Aufforderung – sag’s positiv. Und das müssen wir diesem merkwürdigen Apostel Paulus lassen, er hat da allerhand zu bieten, positiv zu sagen, was der Geist ist, den er und sein Gegenüber von Gott bekamen. Zwar beginnt er negativ, Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben… aber dann, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit! Das sollte man sich doch einprägen, nicht den Geist der Furcht sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Wenn das kein Pfund ist, mit dem Sie wuchern können, liebe Gemeinde!
Nun hat unser Apostel seine Briefe bekanntlich nicht im Lutherdeutsch sondern in Griechisch geschrieben. Und da gibt es dann selbst beim heiligen Luther manchmal Übersetzungen, die ziemlich weit ab von dem sind, was im Urtext, im Griechischen, steht. Und bei Luther sind das merkwürdiger Weise oft keine Nebensachen sondern entscheidende Wendungen. Da hat der geistbegabte Riese aus dem Mittelalter am Text weitergebaut, ganz genial, bis heute besser als alles andere. Und dann ist man leider als ein auf die Schrift verpflichteter Theologe gezwungen, das zu sagen, was er da zeugte. Bei uns, in unserem Text, ist es das Wort „Furcht“, das Luther in den Text einträgt. Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht…Im Griechischen steht da „Feigheit“.
Furcht und Feigheit, dazwischen können Welten stehen. Furcht ist menschlich, auch wenn in der Bibel behauptet wird, sie sei nichts nütze. Furcht wird verziehen, ich hätte beinahe gesagt, Furcht muss verziehen werden. Nicht umsonst heißt es in der Bibel wieder und wieder „Fürchte dich nicht!“ Die Furcht bleibt und ohne Zuspruch verschlingt und knebelt sie uns Menschen.
Feigheit. Dagegen, Feigheit wird nicht verziehen. Feigheit verdirbt das Bild eines Menschen bis in die Wurzeln. Feigheit sondert ab. Religiös gesprochen, Feigheit verunreinigt. Und – Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Feigheit. Das Problem aber, liebe Christenmenschen, ist dieses, dass beides Geist ist. Geist der Furcht und Geist der Feigheit und es ist verdammt schwer, die Geister zu scheiden, ja, Gott selber muss mitmischen, wenn die Unterscheidung der Geister gelingen soll.
Furcht – Feigheit. Sie wissen viel besser, wo wir leben, liebe ökumenische Gemeinde. Sind die Christen mit ihrem Christentum in der Türkei so leise, weil sie sich fürchten müssen oder sind sie so leise, weil sie feige sind? Eine gemeine Frage, die ich nur stellen darf, weil ich mich mit ihr in der vergangenen DDR mindestens drei Jahrzehnte intensiv beschäftigte. Sind meine Frau und ich mit Familie und Sack und Pack einmal aus einer Gesellschaft weggegangen, weil dort die Menschen zur Feigheit gedemütigt wurden, um jetzt freiwillig in eine Welt zurück zu gehen, in der man Wanzen husten hören kann und noch nicht gelernt worden ist, das es mehr als eine Religion gibt? Wo endet die Feigheit, wo beginnt die Furcht, in der Gott beistehen wird? Das sind Fragen, bleibende Fragen, auch wenn sie manchmal einen rhetorischen Charakter angenommen haben.
Der Apostel beginnt negativ und wird dann überwältigend positiv – Gott gab uns den Geist der Kraft, die Liebe und der Besonnenheit. Hören Sie die Reihenfolge, liebe Gemeinde? Zuerst einen Geist der Kraft. Wenn man doch erklären könnte, wie solche Reihen zustande kommen. Kraft, Liebe, Besonnenheit. Sind das Zufälle, ist’s gewollt oder noch geheimnisvoller kommt das aus irgendwelchen Tiefenschichten unseres Lebens, die nicht wir beherrschen, sondern die uns im Griff haben?
Wie es auch sei, der Geist der Kraft, die Dynamik, also die Glaubensdynamik steht am Beginn der Reihe. Daran soll ich Sie heute erinnern, Sie dieser Tatsache froh machen.
Ihr Glauben ist Kraft, ist Dynamik. Er kann Sie tragen. Er kann Sie über Wasser halten. Er hält Sie aus samt allem, was Sie selber nicht aushalten zu können meinen.
Hier jedenfalls steht die Kraft vor der Liebe und vor der Besonnenheit, und das ist gut so! Unser Glauben hat zwar mit Sicherheit mit dem „Seelenheil“ zu tun, wie es „Türkis“ locker, flockig formulierte, aber auch mit unausweichlichen Kampf, mit Selbstüberwindung und mit Öffentlichkeit, die zum Leben einer solchen Kraft bedarf.
Erstaunlich, erfreulich konkret sagt der Apostel es nicht nur negativ sondern auch gefährlich positiv. So ist der Teil Gottes. den er sozusagen in uns einverleibte, sein Heiliger Geist. Unser Glauben zwingt zur Eindeutigkeit und schafft Konkretionen, weil sein Anfangs- und Endpunkt in einem einzigen Ja zusammen fällt. Dieses Ja ist letztlich und zuerst nichts anderes als ein Name der Name Jesus Christus. Diesen Namen, diese Konkretion des erschienen Lebens feiern wir in unseren Gottesdiensten. In unserer Welt des Fragens und Tastens und Verfehlens gibt es, gibt es wirklich diesen Namen, der über alle Namen ist.
Unser Text steht in einem sehr persönlichen Brief, jedenfalls im Vergleich mit den anderen biblischen Briefen. Die theologische Wissenschaft hat dafür den Namen „Pastoralbrief“ geprägt. Und einer Erklärung des Briefs wird mit einer glücklichen Wendung gesagt, der Brief sei Seelsorge am Seelsorger. Bemerkenswert ist da, dass derjenige, der sich um die Seele des Timotheus sorgt im Gefängnis sitzt und dass er behauptet, sein großer Seelsorger sei einer, der am Kreuz sterbend siegte. Und dieser Apostel hat in seiner Seelsorge den Mut, seinen Klienten zu belasten, indem er ihn auffordert, sich einzureihen in die Linie des Lebens, Kreuzigung, Gefängnis, Gegenüber zur Welt…leide mit mir für das Evangelium…
Es gibt viel Schamhaftigkeit bei uns Christen, viel Getrickse, um sich mit dem Sehen lassen zu können was so als „Christentum“ verstanden werden soll, Viele suchen eine Lücke, in der sie mit sich und einem bisschen Glauben über die Runden kommen können. Ich darf das wieder so sagen, weil ich zu denen, gehöre die schwach sind, obwohl sie stark gemacht wurden, zu denen, die sich gegen alle geschenkte Liebe isolieren und zu denen, die auf den Tisch hauen, weil sie den Geist der Besonnenheit vergaßen.
Aber wir sind mehr als wir meinen. Unser Leben steht im Licht durch das Evangelium, amen.

Montag, 27. September 2010

Ankündigung Erntedank in Belek

Der Erntedank-Gottesdienst in Alanya findet am 3.10.2010 um 11.30 Uhr im Konservatorium ( ehemals Kulturzentrum ) statt.
Weitere İnformationen folgen.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Gott befohlen, christliche Gemeinde Deutscher Sprache, St. Nikolaus Antalya/Alanya

Am 25.6.2010 geht unser Flieger von Antalya nach Hamburg. Wir blicken zurück auf 15 Monate Dienst in Alanya. Was bleibt? Uns hat es viel Freude bereitet, nach langen Dienstjahren in Deutschland hier in der Diaspora noch einmal ganz neue Erfahrungen zu machen. Wie kann Kirche in dieser Situation gestaltet und gelebt werden. Es kommt weniger auf die Strukturen an, da gibt der Nikolausverein schon ein gutes Dach. Es geht um Menschen, die einander und die dem lebendigen Gott begegnen. Und das in vielfältiger Form. Wir denken an die gut besuchten Gottesdienste, das fröhliche und manchmal auch launische Kirchencafe, die Fahrten mit der Gesamtgemeinde und die guten Begegnungen und die Kooperation mit den niederländischen und norwegischen Mitchristen. Wir denken an ehrenamtlich Mitarbeitende, die sich einsetzen ohne zu fragen, was krieg ich dafür. Wir denken auch an die freundlichen türkischen Gastgeber, vom Bürgermeister über die Forstverwaltung, den Müdür des Kulturhauses bis hin zu den Mitarbeitenden der Security .
Das alles und noch manches mehr bleibt in guter Erinnerung. Wir denken gern an Alanya und wünschen gute Zeiten unter der Sonne eines gütigen und barmherzigen Gottes. Und deshalb noch einmal:
Gott befohlen.

Marlies und Johann Weingärtner

Abschied von Pfarrer Johann Weingärtner

Mit einem Gottesdienst, einer gemeinsamen Kaffeetafel und einem anschließenden Konzert verabschiedeten sich Pfarrer Weingärtner und seine Gattin von Alanya
Dankesworte sprachen im Namen der Gemeinde Herr Rolf Rutter und im Namen des St. Nikolaus-Kirchenvereins Herr Prälat Korten.
Bei der Kaffeetafel im Foyer des Städt. Konservatoriums konnten sich die zahlreichen Gemeindemitglieder aus Alanya und Antalya austauschen.
Den Abschluß des Abschieds bildete ein Konzert für Klavier und Mezzosopran
von Prof. Hans-Jürgen Schnoor und Frau Maike Albrecht aus Lübeck.
Frohgemut gingen die Alanyaner Christen nach Hause und die Besucher aus Antalya bestiegen reich beschenkt den Bus zur Heimfahrt ins 140 km entfernte Antalya.
Pfarrer Weingärtner und seine Gattin haben mit diesem gelungenen Nachmittag
eine weitere Spur in Alanya hinterlassen.
 
 
 
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