Unsere St. Nikolaus Gemeinde pflegt und betreut die
beiden Ausländerfriedhöfe der Stadt Alanya. Auch in diesem Frühjahr
konnte Ursula Greune wieder fleißige Helfer für die anstehenden Arbeiten
aktivieren. Der alte, inzwischen belegte, Ausländerfriedhof mit zirka
200 Gräbern in der Nähe des Luna-Parks und der neue Friedhof
Alanya-Cikcilli, hoch über der Stadt gelegen. Die Stadt Alanya hat auch
dort zwei große Grabfelder für Ausländer und ein Gerätehaus kostenlos
zur Verfügung gestellt. Inzwischen haben 18 Verstorbene ihre letzte Ruhe
auf dem neuen Friedhof gefunden. Die Zusammenarbeit mit dem
Friedhofsleiter, Herrn Jakup Gök, ist weiterhin unproblematisch und
effizient. Auch hier wurden kostenlos Kies angeliefert und Bäume und
Hecken durch Mitarbeiter der Stadt Alanya gepflanzt. Großer Dank gilt
Herrn Kerim Kocabasoglu, der die behördlichen Verhandlungen mit Antalya
geführt hat. So wurde mit vereinten Kräften und dem tätkräftigen Einsatz
der Gemeindemitglieder, allen voran unser Diakon Karl-Heinz Pastoors,
ein zweiter würdiger Gottesacker geschaffen. An dieser Stelle noch
einmal Dank an alle Helfer.
herzlich willkommen in unserem Alanya Gemeinde Blog. Hier erfahren Sie mehr über unsere Gemeinde, was wir anbieten aber auch wo Sie sich engagieren können. Eine christliche Gemeinde lebt davon, dass viele mitmachen. Weil wir alle unterschiedliche Fähigkeiten und Gaben haben, können wir nur gegenseitig davon profitieren. Hier finden Sie Informationen, Nachrichten, Berichte, Predigten aus der CHRISTLICHEN GEMEINDE deutscher Sprache in ALANYA
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Dienstag, 16. Juni 2015
Donnerstag, 28. Mai 2015
In Psalm 23 Vers 6, der am
heutigen 28. Mai als Losungstext vorgeschlagen wird, steht: “Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn
immerdar”
Der Schlussvers des Psalm
23 ist eher gedacht als Rückblick, aber vielleicht auch als Ausblick. Die
Rückschau kann mir keiner nehmen, und auch die Freude daran nicht. Hier in der
Gemeinde ist es schon üblich, dass jedes Jahr wieder ein neuer Pfarrer kommt,
so wie es üblich ist, dass viele Gemeindemitglieder und Gottesdienstbesucher
immer nur auf Zeit hier sind, manchmal allerdings über Jahrzehnte. Auch meine
Zeit geht zuende und dies ist nun das letzte Vorwort und der letzte
Beitrag, den ich hier schreibe. Ich hoffe, sie haben durch meine Anwesenheit
und meine Gottesdienste gemerkt, was mir wichtig ist und war: mein christlicher Glaube, so wie ich ihn für mich
verstehe: Gott hat seine Botschaft an alle Menschen gerichtet, deshalb darf
niemand ausgeschlossen werden - wir dürfen keine Selektion vornehmen. Es gibt
keinen Menschen, der dieses Heil mehr verdient hätte als ein anderer. Die ganze
Kirchen- und Weltgeschichte ist voll damit, dass andere missachtet, vernichtet,
ausgerottet wurden. Damit muss Schluss sein, weil meine tiefste Überzeugung es
ist, dass Gott das nicht will.
Und
ich habe immer versucht, im Dialog mit den Menschen in der Gemeinde zu stehen.
Es ist mir sehr wichtig, nicht nur meine Ansichten als Pfarrer/Diakon weiter zu
geben, sondern auch von den Gemeindebesuchern immer wieder zu lernen. Und gelernt
habe ich vieles: Ihre Herzlichkeit, ihre Nähe, das sind Dinge, die ich nicht
vergessen werde. Traurig sind manche
Menschen in der Gemeinde, andere vielleicht weniger, aber insgesamt kann ich
für mich sagen: Ich bin dankbar, dass ich hier in Alanya sein durfte und eine
Gemeinde erlebt habe, die lebt, die begeistert, die aktiv ist und die eine
Zukunft hat. Manchmal hat mich der Umgang untereinander ein wenig gewundert,
dabei haben Sie als Christenmenschen alle das Potential einen positiven toleranten Umgang miteinander zu pflegen und vorzuleben. Und ich habe die Menschen in diesem so kulturell und von der Sonne gesegnetem Land Türkei kennen und lieben lernen dürfen.
Beeindruckt haben mich die
vielen Menschen, die mir während dieser Zeit begegnet sind, manche nur kurz,
manch einer hat mich die ganze Zeit begleitet. Ich durfte Menschen
kennenlernen, die mir schon nach kurzer Zeit ans und ins Herz gewachsen sind. Bedanken
möchte ich mich bei Ihnen für Ihre Kritik, für Ihre Mut machenden und oft
tröstenden Worte. Es gab sicherlich auch Situationen, in denen ich vielleicht
nicht das Richtige getan habe. Dafür bitte ich um Nachsicht.
Für Sie persönlich wünsche
ich, dass Sie gesund bleiben und dass Menschen in Ihrem Leben da sind, die Sie
immer begleiten. In der festen Zuversicht, dass Gott uns auch weiterhin
begleiten wird können wir alle vertrauensvoll und zuversichtlich in die Zukunft
sehen.
Nochmal zurück zum
Losungstext in Psalm 23: Freude sollte man sich nie nehmen lasssen, denn sie
ist ein ausgesprochenes kreatives Gefühl. Sie gibt Kraft, auch für den Fall, dass
schwierigere Zeiten kommen. Realistisch gesehen ist die Tatsache, dass ich in
der Vergangenheit gut geführt wurde, keine Gewähr dafür, dass es auch in
Zukunft so sein wird. Aber das Vertrauen darauf ist das, was wir unter “Glauben”
verstehen – und der kann Berge versetzen – vielleicht meist die, die ich gar
nicht versetzt haben wollte.
Ich lasse mich überraschen
und freue mich auf Unerwartetes. Bei Ihnen ist das auch so, aber gleichzeitig wissen sie: Die Gemeinde ist da, sie hat eine Zukunft mit vielen lieben, aktiven
Menschen, mit Gebeten, mit Hauptamtlichen, die sie unterstützen. Und so darf
ich meinem Nachfolger mit seiner Frau, Herrn Pastor i.R. Frieder Lenger alles
Gute, Gottes reichen Segen und ein gutes Gelingen hier in Alanya wünschen. Bleiben
Sie alle behütet und – inschalla – bis zum Wiedersehn und schauen Sie sich die Wünsche an, die ich mit den Steinen des Strandes in Oba für die Gemeinde zurücklasse (s. Bild oben).
Ihr
Karl-Heinz Pastoors aus
Alanya
Noch zwei Fotos vom Pfingsterleben in Belek:
Freitag, 1. Mai 2015
„Lasst uns mit
Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist, und dabei auf Jesus
blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens.“
Hebräer 12, 2
Hier ist nicht von
Spitzensportlern und Marathonläufern die Rede. Auch im täglichen Miteinander in
unserer Gemeinde und in unseren Wohnungen und Häusern stehen wir im Wettbewerb
und damit im Wettkampf untereinander.
Fragt man einen
Langstreckenläufer so wird man sehr schnell erfahren, wie sehr das Laufen ein
Kampf ist. Wenn die Beine so müde werden, das man sie kaum noch heben kann,
wenn die Waden schmerzen und man sich fragt: warum tust du dir das an. Soll ich
nicht lieber aufhören?
Auch mir geht es ein wenig so.
Ich habe angefangen wieder ein wenig Sport zu machen. Immer wieder den „inneren
Schweinehund“ besiegen. Wichtig ist die richtige Einstellung.
Der Bibelvers ist
ein Trainingsplan gegen die Resignation. „Lasst uns laufen in Ausdauer – oder
Geduld“. Da ist von Ausdauer und Geduld die Rede, die nicht mehr hoch im Kurs
steht. Geduldig will und darf kaum jemand sein. Was heute zählt, ist
Beschleunigung. Und nicht ohne Grund antworten wir schnoddrig auf manche
Terminfrage: am besten schon gestern. Wir können kaum darauf warten, bis sich
etwas entwickelt: das Abitur schon mit 17, den Osterhasen bereits Mitte Januar
und Rente möglichst schon ab 55 Jahren. Beschleunigung ist zu einem
Markenzeichen unserer Tage geworden. Aber was bleibt dabei nicht alles auf der
Strecke? Aber Ausdauer und Geduld ist nötig: in der Erziehung unserer Kinder,
im täglichen Umgang untereinander, Geduld ist nötig beim langsamen Reifen in
einer Liebesbeziehung, auch beim Genesen von einer schweren Krankheit und
ebenso auch beim Wachsen im Glauben.
Einfach drauf los
laufen ist deshalb nicht angesagt. Das führt in die Irre und macht
Höchstens müde. Die
Richtung muss schon stimmen, wenn wir uns auf den Weg machen. Gut zu wissen,
das wir unser Leben nach dem ausrichten sollen, der Urheber und Vollender des Glaubens ist, Jesus
von Nazareth.
Diese gemeinsame
Blickrichtung finden wir hoffentlich immer wieder neu. Die Erfahrung nicht
alleine zu laufen, sondern gemeinsam mit anderen auf dem Weg zu sein, die
wünsche ich uns allen: Wir stärken uns gegenseitig. Ist der eine traurig,
tröstet ein anderer, hat einer Freude, freut sich ein anderer mit, weint
einer, so weint ein anderer mit, zweifelt der eine, glaubt der andere für ihn
mit, und gegenseitig stehen wir uns vor Gott im Gebet zur Seite.
Karl-Heinz Pastoors
aus Alanya
Donnerstag, 30. April 2015
Projekt Präsentation
In Zusammenarbeit mit der Stadt Alanya präsentierte das türkische Forschungsinstitut "TÜBITAK" eines Studie des "Sehit Ali Kalmaz Anadolu Gymnasiums" aus Isparta über die in Deutschland lebenden Türken der dritten Generation am 21. April 2015 in unserer St. Nikolaus Gemeinde. Es war Kirchencafe-Zeit und viele interessierte Besucher waren gekommen.
Untersucht wurde am Fallbeispiel von Oberursel, einer Stadt in der Nähe von Frankfurt am Main mit 40.000 Einwohnern, in der 6.400 Einwohner mit Migrationshintergrund, davon 1.500 mit türkischer Herkunft, leben. Es wurden Lebensumstände, Integrationsunterschiede zwischen der ersten und zweiten Generation, Bildungschancen, Verbundenheit zur Türkei und zur neuen Heimat untersucht. Ergebnis: Die dritte Generation der Türken in Deutschland ist zweisprachig, hat in der Regel zwei Staatsbürgerschaften, fühlt sich türkisch und deutsch zugleich und nennt sich "Almanyali Türkler".
Montag, 30. März 2015
Liebe Mitmenschen,
Mit dem Wort „Auferstehung“
können wir nicht mehr soviel anfangen - und doch - sie begegnet uns Tag für Tag,
wenn wir nur richtig und genau auf unser Leben schauen und auf unsere Umwelt.
Gerade im Frühling wird die
Auferstehung auch in der Natur sichtbar. Die scheinbar tote Natur erwacht zu neuem
Leben. Sie zeigt, dass nichts verloren geht, sondern nur einem Wandel
unterworfen ist.
Selbst hier in Alanya, wo die
vier Jahreszeiten nicht so deutlich zu spüren sind, wie in den nördlichen
Breitengraden wird sichtbar, wie die Natur erwacht: überall, frisches, grünes,
junges Gras, blühende Blumen, Bäume, an denen die Knospen aufgehen. Gott hat
die Auferstehung in jede Pflanze gelegt.
Wenn etwas altes vergeht,
entsteht wieder etwas Neues. Wenn wir mit wachen Augen durch diese Welt schauen
dann entdecken wir Zeichen der Auferstehung auch in Naturereignissen wie dem
Sonnenauf- und Sonnenuntergang.
Das Wort „Auferstehung“
selbst sagt bereits viel aus, es bedeutet „aufstehen“ und im
übertragenen Sinn „neu anfangen“, etwa nach Schicksalsschlägen, durchhalten bei
Schwierigkeiten, Hoffnung schöpfen bei Verzagtheit, auf Gott vertrauen in der Trauer.
übertragenen Sinn „neu anfangen“, etwa nach Schicksalsschlägen, durchhalten bei
Schwierigkeiten, Hoffnung schöpfen bei Verzagtheit, auf Gott vertrauen in der Trauer.
Ich wünsche Ihnen und mir “solche
Neuanfänge” und damit ein Stück Auferstehung Tag für Tag in unserem Leben
Ihr
Karl-Heinz Pastoors aus
Alanya
Freitag, 27. März 2015
Ostermontags - Programm
Auch in diesem Jahr findet wieder unser traditioneller Ostermontags-Ausflug nach Belek zum ökumenischen Gottesdienst zusammen mit der Gemeinde aus Antalya statt.
Programm:
10.00 Uhr Abfahrt vom Kulturhaus
12.00 Uhr Treffen mit Gemeindemitgliedern von Antalya in Aksu
Gemeinsamer Spaziergang zum Anadolu Park (auf der Anhöhe Richtung Antalya)
ca. 13.00 Uhr gemeinsames Mittagessen dort
anschließend Fahrt nach Belek zum ökumenischen Gottesdienst
Rückfahrt mit Ankunft in Alanya gegen 18.00 Uhr.
Fahrpreis einschließlich Mittagessen 50,- TL pro Person
bitte bei Anmeldung angeben, ob Köfte oder Huhn gewünscht wird.
Anmeldeschluss ist Sonntag, d. 29.03.2015 bei Ursula Bluhm
Mittwoch, 25. Februar 2015
Liebe Mitmenschen,
Neonlicht im Badezimmer kann ganz schön runterziehen. Vor allem am frühen Morgen. Diese Fältchen um die Mundwinkel, und diese Stirnfalten! Und die Haut um die Augen hatte auch schon mal mehr Spannkraft. Kein Zweifel, „das Leben hat Spuren hinterlassen!“ denke ich.
Die Ausländer, die Alanya als Wahlheimat für
kurze oder längere Zeit gewählt haben, sind größtenteils Rentner. die meisten über 60 Jahre, viele
über 70 Jahre alt. Junge Menschen würden sie als alt bezeichnen.
Aber was heißt das schon: alt sein. Alt heißt erst mal, man hat schon einiges erlebt. Man muss also nicht mehr alles ganz neu durchdenken. Man hat schon mal Liebeskummer gehabt, hat schon mal getrauert. Man hat schon mal um eine Stelle gekämpft, hat Niederlagen erlebt und Erfolge gefeiert. Und das hat seine Spuren hinterlassen.
Eigentlich ist es gar nicht so schlecht, nicht immer ganz von vorne anfangen zu müssen. Die Summe an Lebenserfahrung hilft mir, auf Herausforderungen mit einer gewissen Routine zu reagieren. Älter werden heißt auch gelassener leben.
Wenn ich so an meinen Fältchen entlang auf mein Leben zurückschaue, erkenne ich deutlich, dass mich das Leben immer mal wieder ganz schön herausgefordert hat. Aber ich sehe auch, dass ich immer die Kraft bekommen habe, damit umzugehen, damit zu leben, mich vom Leben auch tragen zu lassen.
„Ja, ich will euch tragen“, sagt Gott durch den Propheten Jesaja zu den Menschen, „ja ich will euch tragen bis zum Alter hin, bis ihr grau und alt werdet.“ Grau bin ich noch nicht, aber getragen fühle ich mich. Jetzt, wo ich noch keine 70 bin, und hoffentlich dann auch jenseits dieser Altersgrenze.
So gesehen: ein Hoch auf das Neonlicht im Badezimmer, jede Falte zeigt, dass ich getragen bin.
Es grüßt Sie herzlich
Karl-Heinz Pastoors
aus Alanya
Mittwoch, 18. Februar 2015
Liebe Mitmenschen,
am 1. Februar, am Sonntag Septuagesimae, haben wir in unserer christlichen Gemeinde in Alanya über das Gleichnis vom Weinbergbesitzer nachgedacht. Es ist davon die Rede, dass der Besitzer am Morgen Arbeiter einstellt, mit denen er einen Tagelohn von einem Silberstück vereinbart. Der Weinbergbesitzer geht nach jeweils drei Stunden weitere drei Mal auf den Marktplatz, um Arbeiter einzustellen. Am Ende des Arbeitstages nach zwölf Stunden bezahlt er zuerst die zuletzt Eingestellten, die nur eine Stunde gearbeitet haben, ein Silberstück. Auch alle anderen erhalten diesen Lohn.
Die Arbeiter, die den ganzen Tag gearbeitet haben, beschweren sich beim Hausherrn. Sie fordern mehr Lohn, weil sie mehr gearbeitet haben. Der Hausherr weist die Kritik aber zurück, indem er die verärgerten Arbeiter daran erinnert, dass sie mit ihm doch zuvor über die Bezahlung eines Silberstücks übereingekommen waren und dass er zudem mit seinem Geld machen könne, was er wolle.
Es ist die alte Menschheitsfrage nach persönlichem Verdienst und sozialem Rang, nach der Gerechtigkeit für den Einzelnen und in der Gesellschaft. Es ist das ewige Lied vom Vergleichen, wer mehr hat; das Gefühl, zu kurz zu kommen und ungerecht behandelt zu werden; der Neid auf diejenigen, die mehr haben als wir selbst; der unersättliche Drang, noch mehr zu besitzen; und die enttäuschende Erfahrung gerade derjenigen, die sich nach oben geschafft haben und stolz darauf sind, nun zu den Ersten zu gehören.
Auch hier in Alanya, auch in unserer Gemeinde, gibt es die, die Verständnis haben für die Menschen, die neuerdings jede Woche demonstrieren, weil sie Angst vor Überfremdung haben (oder wie sie sagen “ vor der Islamisierung Deutschlands”).
Ich habe lange überlegt, wo die Wurzel des Problems liegt: Es steckt wohl in unserem Bedürfnis, uns zu vergleichen. Oder im Neid. „Was hab ich, was hast du” frage ich, und schon bald ist klar, wo die Unterschiede sind, wo der andere mehr hat oder weniger tut. Da kommen die Menschen nach Deutschland und bekommen direkt eine Unterkunft und zu essen und eine Heizung. “Wie mussten wir damals kämpfen und arbeiten, bis wir uns etwas leisten konnten”.
Das ist ein Grundübel: Schon bei Kain und Abel war dieser vergleichende Seitenblick die Ursache für den ersten Mord. Wenn es mir gelingt, dieses Vergleichen mal wegzulassen (und das ist nicht immer einfach), dann sieht die Sache ganz anders aus: Schau “ mal dich allein an, oder schau den anderen allein an, und schau, ob die Situation dann ok ist”. Und oft genug merke ich: Ja, es passt und ist sinnvoll. Was brauchst du, was brauche ich – und wir können uns doch freuen, wenn jeder das haben kann, was er benötigt. Dann haben wir zwei Sieger, und müssen nicht auch noch einen zum Verlierer erklären.
Jesu Botschaft ist nicht immer leicht zu verdauen. Es ist manchmal auch schwere Kost. Gottes Güte, sie wird uns im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg vor Augen gestellt. So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Gottes Gerechtigkeit übersteigt alles, was wir für gerecht halten.
Freuen wir uns darauf
Ihr
Karl-Heinz Pastoors aus Alanya
Samstag, 14. Februar 2015
Der Gemahl der Nacht
Die St. Nikolaus Gemeinde
LÄDT ALLE EIN
zu der Erzählveranstaltung
Der Gemahl der Nacht
*
Am Nachmittag des
18. Februar um 16.00 Uhr (Mittwoch)
erzählt Heidi Holzmann
im
Kulturhaus Alanya
Montag, 2. Februar 2015
Pressefreiheit / Anmerkungen von Rolf G. Rutter
Vorweg: Es gibt keine Rechtfertigung dafür, das Leben eines anderen Menschen auszulöschen, wie es überhaupt keine Rechtfertigung gibt, physische oder psychische Gewalt gegen Menschen anzuwenden.
Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf Charlie-Hebdo wird mit lautem Lamento auf die hohen Güter der Meinungs- und der Pressefreiheit hingewiesen. Die beide in einen Topf zu werfen, ist aber schon nicht gerechtfertigt. Es ist ein erheblicher Unterschied, ob ich als Privatperson meine Meinung vertreten darf, oder ob man als professioneller Meinungsbildner einer großen Masse beim Denken hilft. Zweifellos ist die Pressefreiheit ein hohes und schützenswertes Gut. Das verlangt aber auch einen sorgfältigen und verantwortungsvollen Umgang damit. Die US – Amerikaner sehen das Recht, Schusswaffen tragen zu dürfen, auch als hohes Gut an. Über die Folgen werden wir gelegentlich informiert.
Wir haben uns mittlerweile an ein hohes Maß an Freiheit gewöhnt, eine Freiheit, die aber auch nicht mehr vor den Rechten des Anderen halt macht. Für uns ist es selbstverständlich geworden, dass es unser Nachbar tolerieren muss, wenn wir ihm auf die Füße treten. Anderseits ist eine Beleidigung ein Straftatbestand. Zur Verdeutlichung: Wir maßen uns an, Gottgläubigkeit lächerlich machen zu dürfen, sind aber zutiefst verletzt, wenn uns jemand als Dummkopf bezeichnet. Ständig reden wir über Toleranz, aber die pure Lust am Zerstören zwingt uns, intolerant zu sein.
Wenn man längere Zeit in einem islamischen Land lebt, beginnt man, erheblich daran zu zweifeln, dass unsere ungezügelte Freiheit die optimale Form des Zusammenlebens ist. Können wir uns überhaupt vorstellen, dass der Alltag im Islam wesentlich toleranter ist? Zum Beispiel fordert der Koran, dass Frauen ihre weiblichen Reize nicht zur Schau zu stellen. Man stelle sich vor, wie viel Toleranz nötig ist, um zu akzeptieren, dass Urlauberinnen im knappen Bikini durch Straßen und Geschäfte flanieren und zum Einkauf nur ihre Kreditkarte mitnehmen. - Nicht alle Einheimischen sind vom Geld der Touristen abhängig!
Es gibt viele Menschen, denen ein fest gefügter Rahmen ihres Lebens wichtiger ist als alle Freiheiten dieser Welt. Was gibt uns das Recht, denen unsere Gedankenwelt aufzuzwingen? Das Zusammenleben der Menschen erfordert nun einmal gewisse Regeln, die sich auch außerhalb von Gesetzen zeigen müssen. Andernfalls haben wir das Faustrecht der Neandertaler, das sich in Gewaltorgien schon jetzt allenthalben zeigt und das nur die Allmacht des Geldes anerkennt. Warum fällt es uns so schwer zu akzeptieren, dass es außer unserem Selbstverständnis auch andere Modelle des Zusammenlebens gibt? Jede Religion, die auf gegenseitiger Achtung und Gewaltlosigkeit beruht, ist besser als ein Zusammenleben, das ausschließlich durch starre Gesetzt geregelt ist. Es gibt keine Gründe, weshalb man Religionen lächerlich machen muss, außer der egoistischen Lust am Zerstören. Freizügigkeit und Beliebigkeit, wie wir sie praktizieren, ebnen den Weg für Demagogen. Der Mensch ist nun einmal ein Rudeltier und sucht sich einen Führer, um nachher feststellen zu müssen, dass er angeführt worden ist.
Wenn sich die Satire auf Kurt Tucholsky beruft, sollte sie bitte aber auch ihren Stil mit seinem vergleichen. Nicht jeder Satiriker ist ein Tucholsky.
Rolf G. Rutter (Vorstand einer christlichen Gemeinde in der Türkei)
Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf Charlie-Hebdo wird mit lautem Lamento auf die hohen Güter der Meinungs- und der Pressefreiheit hingewiesen. Die beide in einen Topf zu werfen, ist aber schon nicht gerechtfertigt. Es ist ein erheblicher Unterschied, ob ich als Privatperson meine Meinung vertreten darf, oder ob man als professioneller Meinungsbildner einer großen Masse beim Denken hilft. Zweifellos ist die Pressefreiheit ein hohes und schützenswertes Gut. Das verlangt aber auch einen sorgfältigen und verantwortungsvollen Umgang damit. Die US – Amerikaner sehen das Recht, Schusswaffen tragen zu dürfen, auch als hohes Gut an. Über die Folgen werden wir gelegentlich informiert.
Wir haben uns mittlerweile an ein hohes Maß an Freiheit gewöhnt, eine Freiheit, die aber auch nicht mehr vor den Rechten des Anderen halt macht. Für uns ist es selbstverständlich geworden, dass es unser Nachbar tolerieren muss, wenn wir ihm auf die Füße treten. Anderseits ist eine Beleidigung ein Straftatbestand. Zur Verdeutlichung: Wir maßen uns an, Gottgläubigkeit lächerlich machen zu dürfen, sind aber zutiefst verletzt, wenn uns jemand als Dummkopf bezeichnet. Ständig reden wir über Toleranz, aber die pure Lust am Zerstören zwingt uns, intolerant zu sein.
Wenn man längere Zeit in einem islamischen Land lebt, beginnt man, erheblich daran zu zweifeln, dass unsere ungezügelte Freiheit die optimale Form des Zusammenlebens ist. Können wir uns überhaupt vorstellen, dass der Alltag im Islam wesentlich toleranter ist? Zum Beispiel fordert der Koran, dass Frauen ihre weiblichen Reize nicht zur Schau zu stellen. Man stelle sich vor, wie viel Toleranz nötig ist, um zu akzeptieren, dass Urlauberinnen im knappen Bikini durch Straßen und Geschäfte flanieren und zum Einkauf nur ihre Kreditkarte mitnehmen. - Nicht alle Einheimischen sind vom Geld der Touristen abhängig!
Es gibt viele Menschen, denen ein fest gefügter Rahmen ihres Lebens wichtiger ist als alle Freiheiten dieser Welt. Was gibt uns das Recht, denen unsere Gedankenwelt aufzuzwingen? Das Zusammenleben der Menschen erfordert nun einmal gewisse Regeln, die sich auch außerhalb von Gesetzen zeigen müssen. Andernfalls haben wir das Faustrecht der Neandertaler, das sich in Gewaltorgien schon jetzt allenthalben zeigt und das nur die Allmacht des Geldes anerkennt. Warum fällt es uns so schwer zu akzeptieren, dass es außer unserem Selbstverständnis auch andere Modelle des Zusammenlebens gibt? Jede Religion, die auf gegenseitiger Achtung und Gewaltlosigkeit beruht, ist besser als ein Zusammenleben, das ausschließlich durch starre Gesetzt geregelt ist. Es gibt keine Gründe, weshalb man Religionen lächerlich machen muss, außer der egoistischen Lust am Zerstören. Freizügigkeit und Beliebigkeit, wie wir sie praktizieren, ebnen den Weg für Demagogen. Der Mensch ist nun einmal ein Rudeltier und sucht sich einen Führer, um nachher feststellen zu müssen, dass er angeführt worden ist.
Wenn sich die Satire auf Kurt Tucholsky beruft, sollte sie bitte aber auch ihren Stil mit seinem vergleichen. Nicht jeder Satiriker ist ein Tucholsky.
Rolf G. Rutter (Vorstand einer christlichen Gemeinde in der Türkei)
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