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Sonntag, 21. Juni 2020

Gottesdienst am Sonntag, den 21. Juni 2020


Gottesdienst am Sonntag, den 21. Juni 2020 (2. So. n. Trinitatis) um 11 h 30 in der oekumenischen Gemeinde St. Nikolaus zu Alanya.

Musik zum Eingang

Gruß und Eingangswort
Wir beginnen und feiern miteinander Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.
Dazu grüße ich Sie alle mit dem Wochenspruch für die heute, am 2. So. n. Trinitatis, beginnende Woche aus Mt. 11,28: Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.             Amen

Gemeindegesang Lied  EG 168, 1-3  Du hast uns, Herr, gerufen, und darum sind wir hier. Du hast uns, Herr, gerufen, und darum sind wir hier. Wir sind jetzt deine Gäste und danken dir. Wir sind jetzt deine Gäste und danken dir.
Du legst uns deine Worte und deine Taten vor. Du legst uns deine Worte und deine Taten vor. Herr, öffne unsre Herzen und unser Ohr. Herr, öffne unsre Herzen und unser Ohr.
Herr, sammle die Gedanken und schick uns deinen Geist, der uns das Hören lehrt und dir folgen heißt. Herr, sammle die Gedanken und schick uns deinen Geist, der uns das Hören lehrt und dir folgen heißt.                                                                                                 (Kurt Rommel 1967)

gemeinsame Lesung aus Psalm Ps. 36,10; 6-9)
Bei dir, Gott, ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes und dein Recht wie die große Tiefe.
Herr, du hilfst Menschen und Tieren.
Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel
Zuflucht haben. Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.
Bei dir, Gott, ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.  Halleluja!

Kyrie: Bei dir, Gott, ist die Quelle des Lebens... Wie oft kann man nicht mehr viel davon spüren, dass wir das wissen, Herr? Die Quellen unseres Lebens fließen woanders, wie wir meinen: Dort, wo uns weltliche Sicherheiten vorgaukeln, wir könnten unser Leben selbst machen. Wo wir den eigenen Kräften vertrauen und uns auf unsere Fähigkeiten oder unser Geld verlassen. Führe uns zurück zu dir, Herr. Zeig' uns die wahre Quelle an der lebendiges Wasser fließt! - Dafür bitten wir, wenn wir jetzt singen: Kyrie, eleison...

Gloria: Gott ruft uns: Kommt her zu mir alle... Heute sind wir von ihm selbst neu eingeladen in sein Haus, an seinen Tisch, in die Gemeinschaft der Menschen, die mit ihm und von seiner Güte leben wollen. Dazu sind keine Bußübungen nötig, keine Unterwerfung... Wir sollen die freundliche Einladung Gottes annehmen. Das ist alles, das ist das Ganze. So werden wir selbst neu und unser Leben bekommt einen neuen Anfang. Lobsinget Gott, erhebt seinen heiligen Namen! Laudate omnes gentes

Tagesgebet: (Lasst uns beten!) Du lädst uns ein, lebendiger Gott, und wir sind da.
Wir kommen in dein Haus und suchen deine Nähe. Wir kommen mit unseren Fragen und suchen nach Antwort. Wir kommen mit unserem Zweifel und suchen nach Trost. Wir kommen mit unserer Freude und suchen nach einem, dem wir davon erzählen können. Wir kommen mit unseren Geschichten aus der vergangenen Woche und aus längst vergangenen Zeiten, und wir suchen nach einem, der diese Geschichten kennt und darum weiß.
Du lädst uns ein, lebendiger Gott, öffnest uns dein Haus und dein Herz, schenkst uns Ruhe für unsere Seelen und du hörst uns.              Amen

Gemeindegesang Lied  EG 66, 7+8
Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben. Hochgelobt sei der erbarmende Gott, der uns den Ursprung des Segens gegeben; dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod. Selig, die ihm sich beständig ergeben! Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.
Jesus ist kommen, sagt's aller Welt Enden. Eilet, ach eilet zum Gnadenpanier! Schwöret die Treue mit Herzen und Händen. Sprechet: wir leben und sterben mit dir. Amen, o Jesu, du willst uns vollenden,  Jesus ist kommen, sagt's aller Welt Enden.        (Johann Ludwig Konrad Allendorf 1736)

Schriftlesung: 1. Johannesbrief 4, 16-21
16 Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.17 Darin ist die Liebe bei uns vollendet, auf dass wir die Freiheit haben, zu reden am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. 18 Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe. 19 Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. 20 Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. 21 Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.                Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Halleluja!

Apostolisches Glaubensbekenntnis
            Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde,
            und an Jesus Christus,  seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
            Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.                                       Amen

Lied zur Predigt   EG 412, 1,2,4    So jemand spricht: "Ich liebe Gott," und hasst doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz danieder. Gott ist die Lieb und will, dass ich den Nächsten liebe gleich als mich.
Wer dieser Erde Güter hat, und sieht die Brüder leiden und macht die Hungrigen nicht satt, lässt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht und hat die Liebe Gottes nicht.
Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten ger, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 
(Christian Fürchtegott Gellert 1757)

Kanzelgruß: Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.
Predigttext: Lukasev. 16, 19-31  (Lutherbibel) Vom reichen Mann und armen Lazarus
19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 20 Ein Armer aber mit Namen Lazarus lag vor seiner Tür, der war voll von Geschwüren 21 und begehrte sich zu sättigen von dem, was von des Reichen Tisch fiel, doch kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. 22 Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben.
23 Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. 24 Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. 25 Abraham aber sprach: Gedenke, Kind, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet, du aber leidest Pein. 26 Und in all dem besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüberwill, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber. 27 Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus;
28 denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. 29 Abraham aber sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören.
30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. 31 Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.

Predigt (Vorbemerkung und drei Teile):        Liebe Gemeinde!
(Vorbemerkung)  Ja, es gibt ein 'zu spät!'. Erst im Nachhinein, wenn nichts mehr zu ändern ist, geht es einem auf: Das habe ich ja gar nicht gewollt! Oder: Hätte ich mich damals doch nur anders verhalten! Aber jetzt ist es unwiderruflich geschehen. Was ich getan habe, lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Was ich versäumt habe, kann ich nicht mehr nachholen. Es ist  'zu spät!'
Sind Sie auch schon einmal auf dieses  'zu spät!' gestoßen? Es ist ja eine harte Erkenntnis, die einen erschreckt und schmerzt: Zu merken, in was für eine Sackgasse man sich selbst hinein manövriert hat. Man sucht verzweifelt einen Ausweg, versucht, seine elende Lage zu mildern, das schier Unerträgliche irgendwie abzuändern. Und immer dieselbe Antwort: Dafür ist jetzt keine Zeit mehr.  'zu spät!'
(Teil I) Dieses  'zu spät!' ist es, was der reiche Mann erfahren muss, von dem Jesus uns heute erzählt. Der reiche Mann, der den armen Lazarus alle Tage elend und hungrig vor seiner Tür liegen ließ. Er dagegen Wer sich so schön und teuer kleiden kann, dass er nicht auf hundert Lire schauen muss, wer reichlich zu essen und zu trinken hat und seine Quarantäne in einer behaglichen Wohnung mit Balkon oder Garten absitzen kann, der ist reich. Heutzutage. Der muss sich keine Gedanken machen um das Lebensnotwendige.
Und der reiche Mann macht sich demzufolge auch keine sorgenvollen Gedanken. Braucht er auch nicht. "Wozu an morgen denken? Es ist ja noch Zeit, mir geht's ja noch gut. Da liegt zwar einer vor der Tür, so ein Habenichts. Schlimm genug, dass man dieses Bettelvolk überhaupt auf der Straße sieht. Aber zu Hause kann man sich den Anblick ja ersparen, hinter Hecken und Zäunen. Ich lass mir doch mein schönes Leben nicht durch ein Hungergesicht vermiesen. Tür zu! Aus den Augen, aus dem Sinn. Na ja, er ist schon ein armes Schwein, der Kerl da draußen. Aber bin ich etwa von der Fürsorge? Soll er doch arbeiten gehen! Sollen sich doch andere um ihn kümmern. Gutmenschen gibt es ja genug.
Der reiche Mann nimmt von dem armen einfach kaum Notiz. Er lebt so, als ob da draußen vor der Tüür einfach alles in Ordnung wäre. So inzeniert er sein Leben als ein einziges Fest.  - Machen wir uns nicht auch gerne etwas vor, wenn es uns gut geht? Dass wir es uns – mit TUI – ja schließlich auch "verdient" haben. Dass die Welt da draußen gar nicht so schlimm ist. Dass es gar nicht so viele Gestrandete (= auf den Strand geworfene) und Obdachlose gibt, wie immer behauptet wird. Dass eigentlich keiner Hunger leiden muss, wenn er nur arbeiten will.
Das wirkliche Elend draußen vor der Tür nicht sehen, weil man es gar nicht sehen will. Nur die schönen Seiten des Lebens betrachten und die anderen, die unschönen, ausblenden, einfach wegzappen, so wie im Fernsehen ein anderes Programm einschalten, wenn einem Hässliches gezeigt wird: So lebt der reiche Mann.
Jesus sagt uns nicht, wie dieser Mann heißt. Er hat keinen Namen. Er hat kein Gesicht. Ist nicht ansprechbar. Ein Nobody. Wenn einer so lebt, dass er sich das Unerfreuliche immer vom Leib hält, nicht hinsieht und keine Hand rührt, ist er als Person nicht zu fassen.
Jenen Armen dagegen, den der Reiche nicht sehen will, zeigt Jesus uns als Person. Das ist jemand, den man mit seinem Namen ansprechen kann: "Lazarus", hebräisch: "El Azar", "Gott hilft". Der Arme liegt, wel er nicht laufen kann. Er hat Geschwüre, ist also krank und hilflos. Und zwei weitere Kennzeichen verraten uns, wie arm er dran ist: Er möchte gern etwas von den Essensabfällen des reichen Mannes haben, und er wird von den umherstreunenden Hunden abgeleckt. Wenn ein Mensch seinen Hunger mit den Abfällen anderer stillen will, wenn er selber so zum armen Hund geworden ist, dass nur noch Tiere sein Elend lindern – dann ist er wirklich arm dran. Von wem soll er noch Hilfe erwarten, wenn nicht von Gott? -
Doch zu seinen Lebzeiten ändert sich nichts. Der Arme muss erst sterben, dann jedoch wird er von den Engeln in Abraham's Schoß getragen. An den Ort also der Seligkeit, des vollkommenen Glücks. - Auch der Reiche stirbt und kommt in die Hölle. - Und jetzt sind die Verhältnisse umgekehrt: der Reiche, der zu Lebzeiten alles hatte und genießen konnte, muss jetzt alles entberen. Er sieht den Armen, an dem er auf Erden vorbeigesehen hat. Jetzt ist er dem gegenüber, den er vor seiner Tür im Elend sterben ließ. Und der Arme ist im vollkommenen Glück.
(Teil II) Nun lernt der Reiche die Qual eines unstillbaren Durstes kennen. Er hebt den Blick empor und sieht Lazarus in festlicher Freude – sieht einen Menschen, der in Fülle genießt, was er selber "alle Tage" des Lebens genossen hat! Und er rief: "Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen!"
Liebe Gemeinde, geht es Ihnen / Euch auch so? An dieser Stelle habe ich Mitgefühl mit dem reichen Mann. Er bittet um Erbarmen, bittet den Stammvater des Gottesvolkes, Abraham, flehentlich um Hilfe. Erbarmen, Hilfe – er, der seinerseits mit Lazarus kein Erbarmen geschweige denn Hilfe hatte! Aber Jesus erzählt uns die Geschichte so, dass sie dieses Mitgefühl in uns selber geradezu hervorruft. Auf einmal spüren wir, was der reiche Mann zu Lebzeiten nicht gespürt hat: "Erbarmen".
Doch es gibt ein  'zu spät!'. Freundlich, aber bestimmt antwortet ihm Abraham: "Gedenke, Sohn..." Du hast in deinem Leben dein Gutes empfangen – denke daran, was du damit getan hast. Lazarus dagegen hat Böses empfangen – denke daran: er lag vor deiner Tür. "Nun wird er hier getröstet, und du wirst gepeinigt."
Nein, die Auskunft lässt kein Ausweichen zu. Sie erinnert daran, wie es gewesen ist. Sie erinnert den reichen Mann an seine Verantwortung. Was jetzt geschieht, ist nur die Folge seines lieblosen Verhaltens. - Ist es nicht so, dass Menschen sich keine Zeit nehmen, über die Folgen ihres Verhaltens nachzudenken? Dass sie es lieber auf später verschieben, als es sich jetzt genau anzusehen, was sie eigentlich tun? Bis so irgendeine Krise das Nachdenken auslöst?
Jetzt – in der Krise – wird der reiche Mann damit konfrontiert, wie er sich selbst in seine ausweglose Lage gebracht hat. Er hat sein Leben zu einem täglichen Fest gemacht, ohne Lazarus zu beachten – deswegen spürt er nun, wie das ist: Ein Leben ohne Liebe, ohne mitfühlendes Erbarmen. Zwischen einem solchen Dasein und einem Dasein, das von Erbarmen erfüllt ist, klafft ein unüberwindlicher Abgrund.
Nun erinnert sich der Reiche an seine fünf Brüder.  Sie führen zu Hause noch das gleiche Leben, das er geführt hat. Daher bittet er Abraham: Schicke Lazarus zu meinen Brüdern! Er soll sie warnen, damit sie nicht auch an den Ort der Qual kommen.
Auch diese Bitte wird abgelehnt. Warum? In der Thora, der Weisung mit den Geboten, die Mose und die Propheten überliefern, steht alles schwarz auf weiß, was die Brüder wissen müssen, alles auch, was der Reiche selber hätte wissen können. Da wird ihnen gesagt, was Gott fordert. Das sollen sie hören: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen..." (5. Mose 6,5) "Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst..." (3. Mose 19,18) Wer darauf hört, weiß, vor wem und für wen er verantwortlich ist.
Der Reiche kennt seine Brüder: sie sind offenbar ähnlich wie er selbst und kümmern sich nicht um Gottes Gebot. Deshalb bittet er zum dritten Mal: "Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun."
Doch Abraham, der Gerechte, urteilt wie ein unbestechlicher Richter: "Wenn deine Brüder nicht auf Mose und die Propheten hören, so werden sie auch nicht überzeugt, wenn einer von den Toten auferstünde."
(Teil III) Liebe Gemeinde, was geschieht mit uns, wenn wir diese Antworten des Erzvaters Abraham hören? Mir geht es dabei so, dass mein Mitgefühl mit dem reichen Mann wächst. Dabei empfinde ich die Antworten Abrahams als gerechte Urteile – hart, aber gerecht. Und ich merke gleichzeitig: Mit einer solchen Gerechtigkeit ohne Erbarmen kann kein Mensch es aushalten. Und ich glaube, dass Jesus uns diese Geschichte erzählt, damit wir genau das merken: ohne Erbarmen kann kein Mensch es aushalten.
Jesus belehhrt uns nicht, was einer verdient hat, der sich so verhält wie der reiche Mann. Er droht uns nicht: wenn ihr so lebt wie dieser Reiche, dann wird euch die Hölle heiß gemacht! Nein, Jesus spricht hier mit einer strengen Liebe zu uns, indem er uns fühlen lässt, wie das ist: gerecht, aber ohne Erbarmen behandelt zu werden. Er ruft Erbarmen in uns hervor, Mitleid mit dem reichen Mann, der plötzlich so arm dran ist wie jener Lazarus, von dem er vorher keine Notiz nehmen wollte.
Liebe Gemeinde, so lässt uns Jesus spüren, was der reiche Mann nicht nur dem armen Lazarus, sondern was er sich selbst antut, wenn er die Not des anderen nicht sehen will. Wer nur um das eigene ICH kreisend "alle Tage herrlich und in Freuden" lebt, spaltet damit auch das Arme, Schwache und Verwundete in sich selber ab. Darum will er den armen Lazarus nicht sehen, weil diese Gestalt ihn ja daran erinnern würde, dass auch in ihm ein armer Lazarus steckt, der um Nahrung und Anerkennung bittet.
Früher oder später kommt der Tag, wo wir uns dem stellen müssen, was in uns selber ähnlich ist dem armen Lazarus. Der Tag, wo diese Gestalt uns plötzlich gegenüber steht, so dass wir nicht mehr an ihr vorbeisehen können. Jesus mahnt uns, weil er uns liebt: Das Arme, Schwache, Verwundete, das wir aus unserem Ichbewusstsein und damit aus unserem Leben ausschließen, mitfühlend anzunehmen, bevor es zu spät ist. Und weil keiner von uns gerne ein "armer Lazarus" sein möchte, weckt Jesus unser mitgefühl mit dem Reichen Mann. Der ist im Leben so gut dran, wie es eigentlich jeder gerne wäre. Und macht sich vor, er könnte ohne Erbarmen, erbarmungslos drauf los leben. Das ist die Illusion, die jeder und jede von uns sich zurecht macht – solange es uns gut geht.
Darum lässt Jesus uns mit dem reichen Mann mitfühlen. Wir merken am eigenen Leib, dass ein Dasein ohne Erbarmen nicht auszu halten, dass es diie Hölle ist. Wir merken, was wir uns selber antun, wenn wir einen armen Lazarus draußen vor der Tür in seinem Elend liegen lassen. Und genau das ist der Weg der Umkehr, den Jesus uns ermöglicht, der Weg, auf dem wir uns des armen Lazarus' erbarmen – dem vor der Tür wie dem in uns selbst.
Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere menschliche Vernunft es fassen kann, bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Heiland.      AMEN

Instrumental

Fürbittgebet: (Lasst uns beten)  Wir bitten dich, Gott, heute um große und kleine Erquickungen
für alle, die nicht mehr weiterkönnen. Wir bitten um Brot für die Hungrigen; um Wasser für die Durstigen; um Trost für die Traurigen; um Liebe für die Einsamen. - Wir bitten: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich, Gott, um leichtere Lasten für alle, die schwer tragen an ihrem Gepäck. Wir bitten um liebevolle Begleiter für alle, die krank sind; um einen sicheren Hafen für alle Geflüchteten; um ein Zuhause für alle, die kein Dach über dem Kopf haben; um offene Ohren für alle, die etwas mit sich herumtragen, was sie noch keinem haben sagen können. - Wir bitten: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich, Gott, um Ruhe für unsere Seelen und um Ruhe für alle unruhigen Herzen. Wir bitten um Schlaf für die Schlaflosen, um Entspannung für die Überforderten, um Stille für die, denen der Lärm zusetzt, um Frieden für die, um die der Krieg tobt. - Wir bitten: Herr, erbarme dich.
Mach offenbar, lebendiger Gott, wo wir dich finden, wo du deine Gaben verschenkst, wo wir uns nur in den Strom der Güte stellen müssen, der vom Himmel kommt. Mach offenbar, wie wir den Weg zu dir finden, wenn du uns rufst. Zeig dich uns und zeig dich der Welt, denn sie wartet auf dich.    Amen
         Das alles beten wir zu Gott, wenn wir uns jetzt erheben und gemeinsam sprechen:
(im Stehen: gemeinsam gesprochenes) „Vater unser
Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit.           Amen

Gemeindegesang EG 420, 1-5  und  Sammlung der Kollekte
Brich mit den Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort, sing mit den Traurigen ein Lied, teil mit den Einsamen dein Haus.
Such mit den Fertigen ein Ziel, brich mit den Hungrigen dein Brot,sprich mit den Sprachlosen ein Wort, sing mit den Traurigen ein Lied.
teil mit den Einsamen dein Haus uch mit den Fertigen ein Ziel, brich mit den Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort.
Sing mit den Traurigen ein Lied, teil mit den Einsamen dein Haus, such mit den Fertigen ein Ziel, brich mit den Hungrigen dein Brot.
Sprich mit den Sprachlosen ein Wort, sing mit den Traurigen ein Lied, teil mit den Einsamen dein Haus, such mit den Fertigen ein Ziel.                                           (Text: Friedrich Karl Barth 1977)

ABKÜNDIGUNGEN /Hinweis auf den nächsten Gottesdienst zum Lesen am kommenden Sonntag)

Segenswort
Der Herr, unser Gott, behüte uns dann, wenn wir kommen, und dann, wenn wir gehen. Bei allem, was böse ist, bewahre er uns. Die Vernunft und alle Sinne lasse er uns. Er segne unsere Zeit.
So segne Euch und behüte Euch der allmächtige Gott,
+ der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.                           Amen.

Musikalisches Nachspiel

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich möchte, dass die Welt einen großartigen Mann kennt, der als DR. WEALTHY bekannt ist. Er hat die perfekte Lösung für Beziehungs- und Eheprobleme. Der Hauptgrund, warum ich zu DR.WEALTHY gegangen bin, war die Lösung, wie ich meinen Mann zurückbekommen kann, weil ich in letzter Zeit einige Zeugnisse im Internet gelesen habe, die einige Leute über DR.WEALTHY geschrieben haben, und ich war so zufrieden und habe mich entschieden Ich bat ihn um Hilfe in seiner E-Mail (wealthylovespell@gmail.com), die er perfekt gemacht hat, indem er meinen Mann verzauberte, der ihn dazu brachte, zu mir zurückzukehren und um Vergebung zu bitten. Ich werde nicht aufhören, seinen Namen zu veröffentlichen das Netz wegen der guten Arbeit, die er leistet. Ich werde seinen Kontakt für die Nützlichkeit derer, die seine Hilfe benötigen, fallen lassen. Seine E-Mail DR.WEALTHY "KONTAKTIEREN Sie per E-Mail: wealthylovespell@gmail.com oder whatsapp ihn +2348105150446?